Hermann Umgelter (1891 - 1962), Abend am See

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Hermann Umgelter 

1891 Botnang – 1962 Stuttgart 

Schwäbischer Impressionist 

Abend am See 

Öl auf Karton, 18,5 x 23,5 cm, signiert 

mit Rahmen, Außenmaß 23 x 27,5 cm 

Altersbedingter Zustand, gut erhalten

Eine besonders locker und schwungvoll gemalte Ölskizze von Hermann Umgelter, die sicher an Ort und Stelle gemalt wurde, um unmittelbar die abendliche Stimmung einzufangen. 

Sie wurde neu gerahmt, „schwebend“ und mit einer Schattenfugenleiste versehen. 



Hermann Umgelter

 
Hermann Umgelter
1891 Botnang – 1962 Stuttgart
lebte als Maler in Stuttgart-Botnang
Hermann Umgelter hatte eine Ausbildung als Dekorations- und Bühnenmaler. Die Stuttgarter Akademie besuchte er nie und ein Studium an der Münchner Kunstgewerbeschule brach er ab. Trotzdem wurde er einer der erfolgreichsten schwäbischen Impressionisten und konnte ein Leben lang von seiner Malerei leben. Robert Bosch und Arnulf Klett förderten ihn und kauften seine Werke. Man nennt ihn den schwäbischen Lovis Corinth.
1927 ist er auf der Jubiläums-Ausstellung des Württ. Kunstvereins vertreten, 1929 Mitglied beim Künsterbund Stuttgart, der 1937 aufgelöst wird. Ein Bild für die Münchner Kunstausstellung wird 1937 als zu modern abgelehnt, doch erhält er 1941 anlässlich seines 50. Geburtstags eine Einzelausstellung im Stuttgarter Kronprinzen-Palais. Bei den großen Albgemälde-Ausstellungen 1951 in der Staatsgalerie Stuttgart und 1955 auf dem Killesberg ist er als Preisträger vertreten. 1956 Sonderausstellung im Kunsthaus Schaller in Stuttgart zu seinem 65. Geburtstag.
Hermann Umgelter, den ein Kritiker einmal als realistischen Impressionisten mit expressionistischem Einschlag bezeichnete, steigert mit heftigem Pinselduktus den Natureindruck und übersetzt ihn ins Atmosphärische. Sein großes Vorbild war Otto Reiniger, dem er schon als Junge sein Vesper ins Feuerbacher Tal brachte, wo dieser oft beim Malen war, und der ihn auch darin bestärkte, Maler zu werden. Umgelter war kein Intellektueller und auch kein Avantgardist. Seine Bilder kommen von Herzen und halten die Schönheit und Flüchtigkeit der Erscheinungen fest.


Lit.: Th.-B., 33 (1939). – D. Kst u. d.schöne Heim, 54 (1956) Beil. p.146,
Nagel, Schwäbisches Künstlerlexikon (1986)
Thomas Maier, Bernd Müllerschön: Die Schwäbische Malerei um 1900. Die Stuttgarter Kunstschule / Akademie, Professoren und Maler; Geschichte – Geschichten – Lebensbilder. Ed. Thombe, Stuttgart 2000, ISBN 3-935252-00-5, S. 235–238
Gerhard Raff: Der schwäbische Lovis Corinth. In: Stuttgarter Zeitung. 1. März 2016, S. 18.